Letztes Jahr im Herbst habe ich beschlossen Programmieren zu lernen. Ruby on Rails. Also habe ich recherchiert: über die Vor- und Nachteile von Rails, Rails im Vergleich zu anderen Technologien und über gute Orte, um Rails zu lernen.
Auf Reddit wurden zum letzten Punkt immer wieder drei Ressourcen genannt. Eine davon war The Odin Project, zwei andere waren bezahlte Videokurse. Ich habe mich für einen der Videokurse entschieden, wollte ihn schon kaufen, hatte eine Rückfrage und habe den Erstellern des Kurses geschrieben. Ich solle eine Woche warten haben sie gesagt, dann ist Cyber Week und der Kurs günstiger.
Also habe ich gewartet.
Um die Zeit bis dahin zu nutzen habe ich mit The Odin Project (TOP) begonnen. TOP ist kostenlos, also konnte ich einfach so starten. Meine Erwartungen waren gering.
Mein Gott lag ich falsch.
TOP ist großartig. Es ist tief, umfangreich und anspruchsvoll. Vor allem passt es extrem gut dazu, wie ich lerne und denke.
In einem Satz: „Du bist für deinen Fortschritt verantwortlich“.
TOP versucht nicht, dich an der Hand zu nehmen und Babyschritte machen zu lassen. Es traut seinen Lernenden zu, auch komplexe Themen zu verstehen. Es geht tief. Und es ist von Anfang darauf ausgelegt, echt zu arbeiten.
Ganz früh lernt man den Umgang mit dem Terminal.
Dann Git.
Dann die eigene Entwicklungsumgebung einzurichten.
Die Projekte sind keine Tutorials, sondern Aufgaben. Am Anfang bekommt man noch viele Hinweise (du brauchst Variablen x, y und z, baue ein Funktion die a macht, versuche b zu verwenden).
Das wird mit der Zeit immer weniger. Beim Command Line Schach war die Aufgabe nur:
- Baue ein Command Line Schach in Ruby für zwei Spieler
- Man soll speichern und später weiterspielen können
- Falls du Schach nicht kennst, hier ist der Wikipediaartikel mit den Regeln.
Ich liebe das.
Weil es echt ist. Weil es auf das vorbereitet, was auf einen zukommt, wenn man wirklich etwas bauen will. Weil man dabei lernt, selbst zu recherchieren und Lösungen zu entwickeln.
Gute Lernumgebungen geben Verantwortung zurück an den Lernenden.
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